Über mich


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit 10 erster unvollendeter Pferderoman. Danach war ich vorwiegend als Leserin tätig. Während meines Studiums
der Anglistik und Germanistik fand ich, auch Dank meiner Schriftstellerfreundin, wieder zum eigenen Schreiben.

2002 habe ich die Schriftstellerromantik hinter mir gelassen und meine autodidakte Ausbildung zur Schriftstellerin begonnen.
Seither weiß ich, dass es beim Schreiben vorwiegend um Regelmäßigkeit und Ausdauer geht. Manchmal ist es leichter,
durch einen konkreten Schreibanlass zum Schreiben zu kommen. Deshalb poste ich wöchentlich Schreibanregungen
auf meiner facebook-Seite.

Um das Schreiben auch in viel beschäftigten Zeiten nicht aus den Augen zu verlieren, nutze ich Begegnungen
des Alltags, um daraus Miniaturen zu formen, die irgendwann in einen größeren Zusammenhang eingebunden werden.

So entstand folgende Schreibanregung, die in diesem Fall aus mehreren Miniaturen besteht:

1 Sie war eine gepflegte Erscheinung von durchschnittlicher Attraktivität, die den Nutzen eines Lächelns gelernt hatte
und es verstand, sich freundlich und zuvorkommend zu geben. Doch in ihren Augen lauerte eine Kälte,
in ihren Mundwinkeln eine Bösartigkeit, die ihr, gerade wegen ihrer Jugend, einen durch und durch unheimlichen,
sogar bedrohlichen Zug verliehen.

2 „ … während sie dies sagte, lachte sie und ihre Hand streckte sich unvermittelt aus, um ihr Gegenüber zu berühren,
das – viel zu weit entfernt – das Zeichen der Komplizenschaft trotz guten Willens und vorhandener Sympathie
nicht annehmen konnte, womit ihm nichts anderes übrig blieb als mit anzusehen, wie die zutrauliche Hand hilflos ins Leere klappte.”

3 Er hob sich von den anderen ab, wirkte distanziert und selbstzufrieden. Seine Unabhängigkeit wirkte einschüchternd
und sein Blick schien durch uns alle hindurch zu gehen. Als ich eines Tages gezwungen war, ihn anzusprechen,
tat ich es nur zögerlich. Doch dann geschah etwas Sonderbares: An meiner Frage interessiert, schob er seinen Hals
nach vor wie eine Schildkröte, als ob er sich so aus seiner Eingesponnenheit heraus, in die äußere Welt herein schieben könnte,
in meine Welt, und seine Augen verdunkelten sich, bekamen eine Lebendigkeit, die ich ihm weder zugetraut noch erwartet hatte.

Tiipp: Ihr könnt den Anfang übernehmen wie er ist und davon ausgehend weiterschreiben, oder ihr betrachtet diesen Absatz als kurze Zusammenfassung eines Textes, den ihr selbst in die Länge ziehen könnt. Wer sind die handelnden Personen? Wo begegnen sie einander? Wie sind ihre Geschichten miteinander verknüpft? Was geschah davor, wie kommt es zu dieser Schlüsselszene oder ergibt es sich letztendlich ganz anders?

Was ihr im anderen seht, wird für jeden unterschiedlich sein. Wichtig ist, die Offenheit für sein Umfeld zu bewahren und
zu wissen, dass Schreibanlässe überall zu finden sind.